Stell dir vor, du sitzt im Kino. Das Licht geht aus, der Film beginnt, und nach ein paar Minuten vergisst du den Sitz unter dir, das Rascheln in der Reihe hinter dir, den Alltag draussen. Du bist ganz in der Geschichte. Dein Herz schlägt schneller, wenn die Hauptfigur zögert, und du atmest auf, wenn sie endlich springt. Genau diesen Zustand kennt jede Hypnose. Der Unterschied: In der Hypnose läuft nicht irgendein Film – sondern deiner. Und du darfst entscheiden, wie die nächste Szene aussieht.
Dieser Beitrag erklärt, was Hypnose ist und was nicht, was die Hirnforschung dazu zeigt, wie sich eine Session anfühlt – und warum Hypnose so gut dafür geeignet ist, das Bild zu verändern, das du von dir hast.
Du weisst es längst. Warum ändert sich trotzdem nichts?
Vielleicht kennst du das: Du hast verstanden, warum du dich kleiner machst, als du bist. Du hast Bücher gelesen, Podcasts gehört, dir Vorsätze aufgeschrieben. Und am Montagmorgen sitzt du im Meeting und sagst wieder „Kein Problem, das mache ich noch“, obwohl alles in dir Nein ruft.
Das liegt nicht an fehlendem Willen. Ein grosser Teil unseres Alltags läuft automatisch. Die Psychologin Wendy Wood und ihr Team liessen Menschen über Tage hinweg festhalten, was sie gerade tun und denken. Rund 43 Prozent ihrer Handlungen wiederholten sich fast täglich im gleichen Zusammenhang – oft, während die Gedanken ganz woanders waren [1]. Wir leben zu einem guten Teil nach einem Drehbuch, das wir nicht bewusst lesen.
Und dieses Drehbuch hat eine Hauptfigur: das Bild, das du von dir hast. „Ich bin immer verlässlich.“ „Ich bin zu viel.“ „Ich muss mir alles erarbeiten.“ Solche Sätze sind keine Gedanken, die du jeden Tag neu denkst. Sie sind die Brille, durch die du alles andere siehst. Solange „vernünftig“ deine Rolle ist, fühlt sich jeder mutige Schritt falsch an – egal, wie gut du ihn begründen kannst. Die Rolle ist stärker als der Vorsatz.
Du veränderst dein Leben nicht, indem du mehr verstehst. Du veränderst es, wenn sich das Bild verändert, das du von dir hast.
Was Hypnose ist – und was nicht
Die American Psychological Association beschreibt Hypnose als einen Bewusstseinszustand mit gebündelter Aufmerksamkeit, einer verringerten Wahrnehmung der Umgebung und einer erhöhten Bereitschaft, auf Suggestionen einzugehen [2]. Einfacher gesagt: Deine Aufmerksamkeit wird eng und tief zugleich. Du richtest sie ganz auf innere Bilder, Gefühle und Worte und lässt den Rest los.
Du kennst diesen Zustand bereits. Du fährst eine vertraute Strecke und weisst danach kaum, wie du angekommen bist. Du liest ein Buch und hörst nicht, dass jemand deinen Namen ruft. In der Hypnose wird dieser natürliche Zustand bewusst und angeleitet herbeigeführt – mit einem Ziel.

Hypnose ist dabei kein Schlaf und kein Kontrollverlust. Du bist wach, du hörst alles, und du kannst jederzeit die Augen öffnen. Niemand übernimmt dich. Im Gegenteil: Du kommst näher an dich heran als im Alltag.
Was im Gehirn passiert, wenn du in Trance gehst
Forschende der Stanford University wollten 2016 genau wissen, was sich im Gehirn während einer Hypnose verändert. Aus 545 Freiwilligen wählten sie 57 aus: 36 Menschen, die sich besonders leicht hypnotisieren liessen, und 21 Vergleichspersonen. Im Hirnscanner zeigten sich bei den gut hypnotisierbaren Teilnehmenden drei Veränderungen [3][4]:
- Weniger Aktivität in einem Bereich, der ständig nach Wichtigem und Bedrohlichem sucht. Der innere Alarm wird leiser, die Aufmerksamkeit ruhig und gebündelt.
- Mehr Verbindung zwischen Steuerung und Körperwahrnehmung. Du spürst genauer, was in deinem Körper passiert – und kannst es anders erleben.
- Weniger Verbindung zwischen Handeln und Selbstbeobachtung. Der innere Kommentator, der alles bewertet, tritt einen Schritt zurück.
Die Studie war klein und die erste ihrer Art. Aber sie zeigt etwas Bemerkenswertes: Hypnose ist kein Spiel der Fantasie allein, sondern ein messbar anderer Zustand – und genau die Stimme, die dir sonst sagt „Das kannst du nicht“, wird darin leiser.
Wie Hypnose hilft, deine Identität zu verändern
Identität verändert sich nicht durch Argumente. Sie verändert sich durch Erfahrung. Und hier liegt die eigentliche Stärke der Hypnose: Sie macht Erfahrungen möglich, die dein Alltag dir noch nicht erlaubt.
1. Der innere Kritiker macht Pause. Weil die Selbstbeobachtung in der Trance leiser wird, kannst du Neues ausprobieren, ohne dass sofort jemand in dir „Das bist du doch nicht“ ruft. Das ist der Raum, in dem eine neue Version von dir überhaupt erst auftreten kann.
2. Vorgestellte Szenen wirken wie geprobte Szenen. Das Gehirn unterscheidet weniger streng zwischen intensiv Vorgestelltem und Erlebtem, als wir denken. In einer bekannten Studie übten Menschen fünf Tage lang eine Klavierübung – die eine Gruppe am Instrument, die andere nur in der Vorstellung. In beiden Gruppen veränderten sich die zuständigen Bereiche im Gehirn ähnlich [5]. In der Hypnose probst du so die Szene, die du leben willst: wie du einen Raum betrittst, wie du Nein sagst, wie du deine Stimme erhebst.
3. Gefühle werden zugänglich. Weil Steuerung und Körperwahrnehmung enger zusammenarbeiten, spürst du, wo eine alte Rolle in dir sitzt – im engen Hals, im festen Kiefer, im angehaltenen Atem. Und du spürst, wie es sich anfühlt, wenn sie loslässt.
4. Ein neuer Satz bekommt einen Platz. Am Ende einer Hypnose steht oft ein einfacher Satz, ein Bild oder eine Geste, die du mitnimmst. Nicht als Vorsatz, den du dir merken musst, sondern als Erinnerung an etwas, das du schon erlebt hast. „Ich darf Raum einnehmen.“ „Ich bin genug.“ Solche Sätze wirken anders, wenn du sie einmal gefühlt hast.
Hypnose schreibt dein Leben nicht über Nacht um. Aber sie kann der Moment sein, in dem du zum ersten Mal spürst, wie sich die neue Szene anfühlt. Und was du einmal gefühlt hast, findest du leichter wieder.
Eine Session in fünf Szenen

Wie läuft eine Hypnose ab? Jede ist anders, aber die Dramaturgie ist oft ähnlich – fast wie ein Film:
- Ankommen.Du sitzt oder liegst bequem. Wir klären, worum es heute gehen soll – welche Rolle du ablegen, welche Szene du erleben willst.
- Die Augen schliessen sich.Mit der Stimme und dem Atem wird deine Aufmerksamkeit ruhiger. Der Körper wird schwer oder leicht, der Alltag tritt zurück.
- Tiefer gehen.Wie eine Treppe nach innen: Mit jedem Schritt wird es stiller. Du bist wach – und gleichzeitig ganz bei dir.
- Die Szene.Du begegnest der Version von dir, die das nächste Kapitel schreibt. Du siehst, wie sie sich bewegt, hörst, wie sie spricht – und spürst, wie es sich anfühlt, sie zu sein.
- Zurückkommen.Du nimmst einen Satz, ein Bild oder eine Geste mit. Langsam kehrst du zurück, öffnest die Augen – und bist wach, klar und oft erstaunlich weich.
Fünf Mythen über Hypnose
| Mythos | Was tatsächlich stimmt |
|---|---|
| „In Hypnose verliere ich die Kontrolle.“ | Du bist wach, hörst alles und kannst jederzeit die Augen öffnen. |
| „Hypnose ist eine Art Schlaf.“ | Im Gegenteil: Deine Aufmerksamkeit ist hellwach, nur nach innen gerichtet. |
| „Nur willensschwache Menschen lassen sich hypnotisieren.“ | Hypnotisierbarkeit hat mit der Fähigkeit zu tun, sich einzulassen. Etwa zehn Prozent der Menschen gelten als besonders gut hypnotisierbar [4]. |
| „Danach erinnere ich mich an nichts.“ | Die meisten Menschen erinnern sich an das, was sie erlebt haben – oft sehr lebendig. |
| „Hypnose ist das, was man im Fernsehen sieht.“ | Bühnenhypnose ist Unterhaltung. Eine begleitete Hypnose ist eine ruhige, innere Reise. |
Gruppenhypnose oder Einzelsession?
Beides hat seinen eigenen Zauber. In der Einzelsession geht es ganz um deine Geschichte. In der Gruppe trägt die gemeinsame Stille: Viele erleben dort, dass sie sich leichter fallen lassen, weil um sie herum andere denselben Weg gehen.
| Gruppenhypnose | Einzelsession | |
|---|---|---|
| Fokus | Ein gemeinsames Thema, deine eigenen Bilder | Ganz auf deine Geschichte zugeschnitten |
| Atmosphäre | Getragen von der Energie der Gruppe | Ruhig, persönlich, intim |
| Gut für dich, wenn … | du dich in Gemeinschaft leichter fallen lässt | du an einem ganz bestimmten Thema arbeiten willst |
Hypnose bei AURA
Bei AURA ist Hypnose eine tiefgehende, angeleitete Reise, die dich mit der Quelle in dir verbindet. Du begegnest deiner Essenz und bekommst Antworten, die im Alltag keinen Platz finden. Adelheid Glott begleitet Menschen seit 2020 mit Hypnose an der Schnittstelle von Identität, Unterbewusstsein und persönlicher Weiterentwicklung.
Bei The Next Chapter vom 29. bis 31. Januar 2027 im Vitznauerhof am Vierwaldstättersee beginnt der Sonntag mit „Aktive Manifestation & Gruppenhypnose“. Am Abend davor ist das alte Drehbuch am See ins Feuer gegangen. Am Sonntagmorgen schaust du in der Hypnose auf die Szene, die jetzt kommt – und spürst zum ersten Mal, wie es sich anfühlt, sie zu leben. Danach folgen Identity Styling, dein Future Self Porträt und der AURA Reveal, in dem du aussprichst, wer du ab jetzt sein willst.
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass du diese Szene nicht nur verstehen, sondern erleben willst: Hier beginnt dein nächstes Kapitel. Mehr über die Gastgeberinnen liest du unter Adelheid und Shaida.
Häufige Fragen
Kann jeder Mensch hypnotisiert werden? Fast jeder Mensch kann sich in einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit begeben. Wie tief er wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden – und auch von Tag zu Tag.
Brauche ich Erfahrung mit Hypnose? Nein. Eine Hypnose wird Schritt für Schritt angeleitet. Du musst nichts können ausser zuzuhören und dich einzulassen, so weit es sich für dich gut anfühlt.
Was, wenn ich keine Bilder sehe? Das ist völlig in Ordnung. Manche sehen Szenen, andere spüren etwas im Körper oder hören einen Satz in sich. Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Quellen
- Wood W, Quinn JM, Kashy DA: „Habits in everyday life: Thought, emotion, and action“. Journal of Personality and Social Psychology 83 (6), 2002, S. 1281–1297.
- Elkins GR, Barabasz AF, Council JR, Spiegel D: „Advancing Research and Practice: The Revised APA Division 30 Definition of Hypnosis“. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis 63 (1), 2015, S. 1–9.
- Jiang H, White MP, Greicius MD, Waelde LC, Spiegel D: „Brain Activity and Functional Connectivity Associated with Hypnosis“. Cerebral Cortex 27 (8), 2017, S. 4083–4093 (online veröffentlicht am 28. Juli 2016).
- Stanford Medicine: „Study identifies brain areas altered during hypnotic trances“, Medienmitteilung vom 28. Juli 2016.
- Pascual-Leone A, Nguyet D, Cohen LG, Brasil-Neto JP, Cammarota A, Hallett M: „Modulation of muscle responses evoked by transcranial magnetic stimulation during the acquisition of new fine motor skills“. Journal of Neurophysiology 74 (3), 1995, S. 1037–1045.
Erleben statt nur lesen.
The Next Chapter – 29.–31. Januar 2027 im Vitznauerhof am Vierwaldstättersee.