Die Rauhnächte 2026/27 beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2026 und enden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2027. Es sind die zwölf Nächte „zwischen den Jahren“. Nach altem Volksglauben steht jede von ihnen für einen Monat des kommenden Jahres. Heute nutzen viele Frauen diese Zeit, um das alte Jahr bewusst abzuschließen. Hier erfährst du, woher der Brauch kommt, wann genau welche Nacht ist und welche Rituale dir helfen, aus Wünschen ein nächstes Kapitel zu machen.
Was sind die Rauhnächte?
Die Rauhnächte sind ein Brauch aus dem Alpenraum und Süddeutschland, der die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag als Schwellenzeit begreift. Eine verbreitete Erklärung kommt aus dem Kalender: Ein Mondjahr hat 354 Tage, ein Sonnenjahr 365. Die elf Tage beziehungsweise zwölf Nächte dazwischen galten als Zeit außerhalb der gewohnten Ordnung – eine Lücke, in der nach dem Volksglauben die Grenzen zu anderen Welten offen standen.
Für den Namen gibt es zwei Deutungen. Die eine führt auf das mittelhochdeutsche „rûch“ für „haarig“ zurück, also auf pelzbekleidete Gestalten, wie sie heute noch bei Perchtenläufen auftreten. Die andere verweist auf den Rauch: Höfe und Ställe wurden in diesen Nächten ausgeräuchert. Deshalb liest du beide Schreibweisen, Rauhnächte und Raunächte. Gemeint ist dasselbe.
Wichtig für heute: Viele Rituale, die du online findest, sind modern. Das Räuchern und die Vorstellung, dass jede Nacht für einen Monat steht, sind alt. Das bekannte 13-Wünsche-Ritual ist dagegen eine neuere Praxis, die diese Motive aufgreift.
Wann sind die Rauhnächte 2026/27?
Am häufigsten wird von der Nacht des 24. auf den 25. Dezember bis zur Nacht des 5. auf den 6. Januar gezählt. Regional gibt es Varianten: Manche beginnen schon mit der Thomasnacht am 21. Dezember, der längsten Nacht des Jahres, andere erst am 25. Dezember. Entscheidend ist weniger das exakte Datum als die Absicht, mit der du die Zeit nutzt.
| Rauhnacht | Datum 2026/27 | Steht für | Frage für dein Journal |
|---|---|---|---|
| 1 | 24./25. Dezember | Januar | Was darf in diesem Jahr enden? |
| 2 | 25./26. Dezember | Februar | Wo habe ich funktioniert, statt zu fühlen? |
| 3 | 26./27. Dezember | März | Welche Rolle spiele ich, die ich nie gewählt habe? |
| 4 | 27./28. Dezember | April | Was hat mir in diesem Jahr Kraft gegeben? |
| 5 | 28./29. Dezember | Mai | Wem oder was möchte ich verzeihen – auch mir selbst? |
| 6 | 29./30. Dezember | Juni | Wann habe ich mich zuletzt lebendig gefühlt? |
| 7 | 30./31. Dezember | Juli | Was will ich nicht mehr erklären müssen? |
| 8 | 31. Dezember / 1. Januar | August | Mit welchem Gefühl will ich ins neue Jahr gehen? |
| 9 | 1./2. Januar | September | Was würde die Frau tun, die ich werden will? |
| 10 | 2./3. Januar | Oktober | Welche Menschen gehören in mein nächstes Kapitel? |
| 11 | 3./4. Januar | November | Was ist der erste kleine Schritt? |
| 12 | 4./5. Januar | Dezember | Welchen Satz will ich mir in einem Jahr sagen können? |
Die Monatszuordnung ist eine Einladung, kein Orakel. Schreib jeden Abend ein paar Zeilen auf – nach zwölf Nächten hast du ein ehrliches Bild deines Jahres und eine erste Skizze des nächsten.
Das 13-Wünsche-Ritual: So funktioniert es
Beim 13-Wünsche-Ritual schreibst du vor der ersten Rauhnacht 13 Wünsche auf, verbrennst in jeder der zwölf Nächte einen davon, ohne ihn zu lesen – und um den dreizehnten kümmerst du dich selbst. Das ist die bekannteste moderne Form der Rauhnächte.
- Vorbereiten: Schreib am 24. Dezember 13 Wünsche für das neue Jahr auf je einen Zettel. Formuliere sie in der Gegenwart, als wären sie schon wahr.
- Falten: Falte alle Zettel gleich, sodass du sie nicht unterscheiden kannst, und leg sie in eine Schale.
- Loslassen: Zieh in jeder Rauhnacht einen Zettel und verbrenne ihn ungelesen – an einem sicheren Ort, zum Beispiel in einer feuerfesten Schale am offenen Fenster.
- Der dreizehnte Wunsch: Am 6. Januar bleibt ein Zettel übrig. Den liest du. Für diesen Wunsch bist du selbst verantwortlich.
Uns gefällt an diesem Ritual vor allem der letzte Schritt. Zwölf Wünsche gibst du ab, einen behältst du. Genau das ist die Haltung, um die es bei AURA geht: Du wartest nicht, bis jemand anderes dein Drehbuch umschreibt. Du übernimmst die Regie.
Drei Rituale, um ein Kapitel bewusst abzuschließen
Ein Ritual wirkt nicht, weil es magisch ist, sondern weil es einem Übergang einen Anfang und ein Ende gibt. Diese drei Formen brauchen nichts außer etwas Zeit und Ehrlichkeit.
| Ritual | Dauer | Was du brauchst | Wofür es gut ist |
|---|---|---|---|
| Jahresrückblick in Szenen | 45 Minuten, einmal | Papier, Stift | Das Jahr wie einen Film betrachten statt wie eine To-do-Liste |
| Abendliches Journaling | 10 Minuten pro Nacht | Ein Notizbuch, die Fragen oben | Muster erkennen, ohne zu grübeln |
| Brief an die alte Rolle | 30 Minuten, einmal | Papier, eine feuerfeste Schale | Etwas verabschieden, das nicht mehr zu dir gehört |
Jahresrückblick in Szenen: Schreib die zehn Momente des Jahres auf, die dir zuerst einfallen – nicht die wichtigsten, sondern die, die bleiben. Gib jedem einen Titel wie einer Filmszene. Dann frag dich: In welchen Szenen war ich Hauptfigur, in welchen nur Nebenrolle?
Brief an die alte Rolle: Viele Frauen tragen eine Rolle, die irgendwann sinnvoll war – die Starke, die Vernünftige, die, die alles zusammenhält. Schreib dieser Rolle einen Brief: was sie dir gegeben hat und warum du sie nicht mehr brauchst. Du kannst ihn in der letzten Rauhnacht verbrennen oder aufbewahren.
Und das Räuchern? Wer mag, räuchert mit Salbei, Weihrauch oder Harzen. Wichtig ist eine sichere, feuerfeste Unterlage und gutes Lüften. Wenn dir das fremd ist, lass es weg – Lüften und ein aufgeräumter Raum erfüllen denselben Zweck: Platz schaffen.
Was wir bei AURA Moment beobachten
Die meisten Frauen wissen ziemlich genau, was in ihrem Leben enden soll. Schwieriger ist die Frage, was danach kommt. Wunschlisten bleiben deshalb oft abstrakt: „mehr Zeit für mich“, „weniger Stress“. Sie beschreiben, was fehlt, nicht, wer du sein willst.
In unserer Arbeit nennen wir das „das alte Drehbuch“: Sätze, Rollen und Erwartungen, die andere mitgeschrieben haben. Die Rauhnächte sind eine gute Zeit, um dieses Drehbuch zu lesen – mit Abstand, wie eine Zuschauerin. Umschreiben lässt es sich danach leichter.
Vom Wunsch zum nächsten Kapitel
Die Rauhnächte schließen ein Jahr ab. Das nächste Kapitel beginnt, wenn du es nicht nur aufschreibst, sondern erlebst. Genau dafür ist AURA Moment · The Next Chapter gedacht: drei Tage vom 29. bis 31. Januar 2027 im Vitznauerhof am Vierwaldstättersee, drei Wochen nach der letzten Rauhnacht. In vier Akten – von „The Life You Built“ bis „The Next Chapter“ – wird aus dem, was du zwischen den Jahren aufgeschrieben hast, eine Erfahrung im Körper. Wie die drei Tage ablaufen, liest du in den häufigen Fragen zum Wochenende.
Wer hinter AURA steht, erfährst du bei den Gastgeberinnen.
Häufige Fragen
Wann beginnen die Rauhnächte 2026? Meist in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2026. Sie enden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2027. In manchen Regionen beginnt man schon mit der Thomasnacht am 21. Dezember.
Muss ich räuchern, damit die Rauhnächte „wirken“? Nein. Das Räuchern ist ein alter Brauch, aber kein Muss. Entscheidend ist, dass du dir jeden Abend einen Moment nimmst, um bewusst zurück- und vorauszuschauen.
Was mache ich mit dem 13. Wunsch? Den 13. Wunsch liest du am 6. Januar. Er ist der Wunsch, um den du dich selbst kümmerst – eine gute Gelegenheit, einen ersten konkreten Schritt festzulegen.
Quellen
- Wikipedia: „Raunacht“ – Herkunft des Namens, Zählweisen, Mond- und Sonnenjahr. https://de.wikipedia.org/wiki/Raunacht
- Quarks (WDR): „Bräuche der Rauhnächte“, 2018. https://www.quarks.de/gesellschaft/braeuche-der-rauhnaechte/
Erleben statt nur lesen.
The Next Chapter – 29.–31. Januar 2027 im Vitznauerhof am Vierwaldstättersee.